Eine der beständigsten Traditionen im Bürgerkrieg ist die Anwesenheit von „Foreign Fighters“ (internationalen Milizionären) in den verschiedenen Gruppierungen. Während viele von ihnen als Söldner teilnehmen, kämpfen auch viele aus romantischen Gründen und streben nach höheren Zielen. Sie treten damit in die Fußstapfen von anderen prominenten „Foreign Fighters“ wie Ernest Hemingway, George Orwell oder André Malraux. Doch seit dem Wiederaufleben des Terrorismus Mitte der Neunziger – und besonders seit dem Auftauchen von Al-Qaida – sind frühere „Foreign Fighter“ häufig in die Planung und Durchführung von Terroranschlägen verwickelt gewesen, indem sie ihre Erfahrungen aus Afghanistan und dem ehemaligen Jugoslawien nutzten. Aufgrund der zahlreichen anhaltenden zivilen Unruhen im Nahen Osten – insbesondere in Syrien, Nordafrika und Asien – sorgen sich viele Sicherheits-Analysten darüber, welche Gefahr die heimkehrenden „Foreign Fighter“ darstellen werden und wie diese als „Schläfer-Agenten“ Terroranschläge durchführen könnten. Ist dies eine berechtigte Sorge? Sollten westliche Staaten mit einem großen muslimischen Bevölkerungsanteil wie Deutschland und Großbritannien mehr Ressourcen in die Überwachung von „Foreign Fighters“ investieren? Was ist der Reiz und werden heimkehrende Kämpfer wirklich eher zu Terroristen als andere Menschen?

Einen Artikel von Florian Peil zum Thema finden Sie hier.

Sie können sich die gesamte Diskussion hier anhören oder unten als Video anschauen.

Redner:

  • Florian Peil ist Security Analyst & Consultant, Intelligence-Spezialist und Islamwissenschaftler mit langjähriger Auslandserfahrung in der arabischen Welt. Florian Peil berät Unternehmen, die im Nahen Osten und in Nordafrika operieren. Seine Aufgabe: Identifizierung, Bewertung und Vermeidung von Risiken durch Terrorismus, politische Umbrüche, Kriminalität. Seine interdisziplinäre Tätigkeit an der Schnittstelle von Security, Intelligence und Regionalexpertise garantiert eine ganzheitliche Betrachtung der Risiken.
  • Daniel Köhler ist Director of Research Operations am Institute for the Study of Radical Movements (ISRM) und studierte an der Princeton University und der Freien Universität Berlin Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Fundamentalismus, Terrorismus, sowie politischer und religiöser Extremismus. Er schloss nach seinem Magisterstudium den Postgraduiertenstudiengang „Master of Peace and Security Studies“ der Universität Hamburg als Jahrgangsbester mit einer Forschungsarbeit über individuelle Radikalisierungsprozesse ab. Umfangreiche und mehrjährige Erfahrung in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Projekten sowie in hochrangigen staatlichen Institutionen (z.B. Auswärtiges Amt) ergänzen seine hohe wissenschaftliche Qualifizierung. Er veröffentlichte wissenschaftliche Literatur zum Thema Extremismus.
  • Claudia Dantschke ist Projektleitung am "Zentrum für demokratische Kultur" (ZDK) und arbeitet derzeit an der Umsetzung einer Studie zu demokratiegefährdenden Phänomenen und Möglichkeiten der Intervention in Berlin. Seit 2004 ist Dantschke Expertin für die SPD bei der öffentlichen Anhörung des Bundestagsinnenausschusses zu Fragen der Integration von Muslimen und des Einflusses islamistischer Gruppierungen. Sie hat zahlreiche Publikationen zu Islamismus, Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus verfasst.
Der dritte MOSECON Luncheon behandelte das derzeit heißeste Thema in der Sicherheitsbranche. Mitten im Medienrummel um die Foreign Fighter in Syrien, nahmen Claudia Dantschke, Florian Peil und Daniel Köhler die schwierige Aufgabe an, die Fakten von den Eindrücken zu trennen und gaben unseren Gästen und Zuschauern eine präzise Einschätzung der realen Sicherheitsbedrohung die von den heimkehrenden Foreign Fighters ausgeht. Den kompletten Luncheon sehen Sie hier: