Die Konsequenzen des Referendums sind vielfältig und reichen weit über die Unabhängigkeit hinaus: soziale Teilung, ökonomische Unsicherheit, die Rolle in Partnerschaften und Allianzen, die Gründung rechtlicher und politischer Präzedenzfälle und auf philosophischer Ebene auch die Debatte um die Legalität und Legitimität der Ergebnisse. In der heißen Phase kurz vor dem schottischen Unabhängigkeits-Referendum richteten die Modern Security Consulting Group MOSECON GmbH und ihr Partner d|part – Forschung für politische Partizipation gUG den MOSECON Luncheon #05 aus, um die Implikationen dieser Abstimmung zu diskutieren. Wir teilten die Erfahrungen anderer Regionen mit Autonomie- und Unabhängigkeits-Bestrebungen – u.a. Québec, Katalonien, Venetien und Kurdistan und sahen wie diese Erfahrungen uns dabei helfen können, die Herausforderungen des Referendums besser zu verstehen. Ebenso diskutierten wir die Konsequenzen der schottischen Entscheidung für Europa sowie für andere Regionen in der Welt, die derzeit die Unabhängigkeit anstreben. Sie können sich die Diskussion unten als Video anschauen.

Redner:

  • Dr. Jan Eichhorn, Research Director d|part, Chancellor's Fellow, Universität Edinburgh
  • Prof. John MacInnes, Foschungsschwerpunkte: Nationale Identität in Schottland und Katalonien, Universität Edinburgh
  • Maxime Laporte, Präsident der Société Saint Jean-Baptiste, Québec
  • Prof. Dr. Birgit Ammann, Professorin für Politische Wisssenschaften am Fachbereich Sozialwesen, FH Potsdam
  • Martí Estruch Axmacher, internationaler Pressesprecher im Public Diplomacy Council von Katalonien
Nach der Sommerpause kehrte der MOSECON Luncheon am 15. September zurück mit einer Diskussion zum schottischen Unabhängigkeits-Referendum, das am 18. September abgehalten wurde. Unsere Redner waren eingeladen, die Situationen in Schottland, Katalonien, Québec und Kurdistan zu vergleichen und ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen auf das schottische Ereignis zu teilen. Die Zusammenfassung (auf Englisch) lesen Sie hier. Die Aufzeichnung der Veranstaltung sehen Sie unten.

Vorheriger Luncheon

In unserer globalisierten Welt sind die Grenzen einerseits wesentlich durchlässiger geworden. Konflikte schwappen über und erzeugen eine Flut an Flüchtlingen, gleichzeitig schafft die Konsolidierung der Wirtschafts- und Staatszonen einen Strom an arbeitssuchenden Migranten, die zwischen den Zonen verbündeter Staaten hin- und herziehen. Paradoxerweise hat eine zunehmende Öffnung der Grenzen aber auch die Schutzhaltung und den Wunsch nach Abgrenzung wieder erweckt, ein Trend der sich vor allem in der wachsenden Unterstützung für rechte, nationalistische Parteien zeigt. Die Beliebtheit rechter Parteien ist so stark wie nie seit dem 2. Weltkrieg und rückt Migranten als Quelle der Unsicherheit in den Fokus. Die Umsetzung des EUROSUR Programmes und die “Angst” vor einer Überflutung durch bulgarische und rumänische Arbeiter – besonders in Großbritannien und Deutschland – seit die Begrenzungen des EU-Arbeitsmarktes am 1. Januar aufgehoben wurden, haben ebenfalls zu dem mit dem Thema Migration verbundenen Angstdiskurs beigetragen. Andererseits werden wir mit der Menschlichkeit der Situation konfrontiert, wenn Flüchtlinge auf dem Weg nach Lampedusa tragisch ums Leben kommen, versklavt werden oder zu einem Leben in Flüchtlingslagern verdammt werden. Diese Geschichten verstärken die Unbeständigkeit der Debatte zwischen der Angst vor den Anderen und dem Mitgefühl für Andere in Not. Aber ist Migration wirklich eine Quelle der Unsicherheit? Trägt sie zur wirtschaftlichen Unsicherheit bei, verkörpert sie Terrorismus oder schmälert sie den Wert einer Gesellschaft? Sind Flüchtlingslager Kriminalitätsschwerpunkte? Ist das Öffnen von Grenzen gefährlicher als das Abriegeln? Am 19. März, zwei Monate vor den Wahlen des Europäischen Parlaments erörterten die Redner des vierten MOSECON Luncheons das heikle Thema Migration und (Un-)Sicherheit unter dem Aspekt ob Migranten und Flüchtlinge tatsächlich eine Bedrohung für die Sicherheit darstellen. Sie können sich die Diskussion hier anhören oder unten als Video anschauen.

Redner:

  • Dr. Oliver Koppel, Senior Economist, IW Köln (Institut der deutschen Wirtschaft Köln) ist seit 2005 in der Abteilung "Humankapital und Innovation" des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln tätig. Er absolvierte ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Universität zu Köln und der Universität Mannheim und hat zahlreiche Veröffentlichungen und Gutachten zu Innovationen, Patenten, Forschung und Entwicklung, MINT, Fachkräfteengpässen und Migration und Zuwanderung verfasst.
  • Dr. Fidelis Etah Ewane ist Experte für Geopolitik, Governance und Entwicklungspolitik. Er promovierte in Politikwissenschaften an der Universität Freiburg, seine regionale Kompetenz ist Subsahara-Afrika und der Nahe Osten. Zurzeit arbeitet Ewane als Senior Analyst bei Wikistrat Inc. - einem Crowdsourcing-Beratungsunternehmen. Zuvor war er als Electoral Officer bei den Vereinten Nationen und Berater für Diaspora-Mapping bei der Internationalen Organisation für Migration in Deutschland tätig. Er hat eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen verfasst, u.a. "Regional Integration and Cooperation in Central Africa: From State-Centric Perspective to Multi-Level Governance" (Verlag Dr. Kovac).
  • Axel Benjamin Herzberg studierte Rechtswissenschaft in Deutschland (Universitäten Passau, München und Freiburg; Erste juristische Staatsprüfung, 2006), Belgien (Université Libre de Bruxelles) und der Schweiz (Universität Genf/HEI), wo er 2006-08 auch als Wissenschaftlicher Assistent an der Juristischen Fakultät der Universität Basel tätig war. Nachdem er 2010 in Berlin die Zweite Juristische Staatsprüfung absolviert hatte, war Herr Herzberg zunächst als Stellvertretender Referent (Deputy Counsel) am Sekretariat des Internationalen Schiedsgerichtshofs der Internationalen Handelskammer in Paris tätig, wo er über 80 internationale Wirtschaftsschiedsverfahren betreute. Im Jahr 2011 kehrte Herr Herzberg nach Berlin zurück, um eine Stelle als Associate (angestellter Rechtsanwalt) bei Baker & McKenzie im Bereich Prozessführung und Schiedsverfahren anzutreten. Herr Herzberg war bereits 2008 bis 2010 während seines Referendariats bei Baker & McKenzie tätig gewesen. Nach einer kurzzeitigen Tätigkeit für eine Berliner Kanzlei im Jahr 2013 eröffnete Axel Benjamin Herzberg im Januar 2014 seine eigene Kanzlei, HERZBERG LEGAL, in Berlin. Herr Herzberg berät und vertritt Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen im Zusammenhang mit komplexen Projekten, Transaktionen und Verfahren im deutschen, europäischen und internationalen Recht. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Bereiche Business Immigration und International Hirings.
Wenn Sie mehr über die Themen erfahren möchten, die wir diskutiert haben, dann lesen Sie bitte unsere Zusammenfassung oder schauen Sie sich die gesamte Veranstaltung an: