22.11.2013:

Smart Surveillance

Die Thematik des Überwachungsstaates erregt seit langem Besorgnis unter Freiheitskämpfern und Science-Fiction-Autoren und die dystopischen Welten die in 1984, Minority Report oder V for Vendetta beschrieben sind gehören längst zu unserer Alltagskultur. Sie porträtieren Regierungen in denen das “wachsame Staats-Auge” alles sieht und für Unterdrückung steht. Da nur wenige Länder über einen größeren Erfahrungsschatz in diesem Bereich verfügen als Deutschland ist die Beziehung zum Thema Überwachung hier besonders bedeutsam. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Edward Snowdens Enthüllungen zu den Überwachungsgewohnheiten westlicher Nachrichtendienste – und das “Hacken” von Kanzlerin Merkels Mobiltelefon – für größeren Aufruhr gesorgt haben als anderswo. Die NSA/Snowden-Affäre hat zahlreiche klassische Fragen zurück ins Rampenlicht gebracht, wie zum Beispiel die Beziehung zwischen Sicherheit und Freiheit oder zwischen Sicherheit und Privatsphäre. Aber sie hat auch neue Fragen aufgeworfen, die genauso wichtig sind: Wie hoch ist die Leistungsfähigkeit von Überwachungstechnologien? Wie wird dieses Wissen genutzt? Sind die Bürger selbst Schuld am Ausmaß ihrer eigenen Überwachung? Wer bestimmt die Normen, die definieren welche Informationen relevant sind und welche nicht? Sind wir alle schuldig bis wir unsere Unschuld bewiesen haben? Sie können sich die gesamte Diskussion unten als Video anschauen.

Redner:

  • Dr. phil. Stephan G. Humer, Gründer und Forschungsleiter des ersten Arbeitsbereichs Internetsoziologie in Deutschland an der Universität der Künste (UdK) Berlin. Damit ist er als "Digitalisierungserklärer" das Gesicht des Forschungsfeldes Internet und Gesellschaft im deutschsprachigen Raum. Sein Wirken gilt der Analyse der Digitalisierung unserer Gesellschaft in all ihren sozialwissenschaftlichen Facetten. Neben seiner Tätigkeit an der UdK ist er Vorsitzender des Vereins "Netzwerk Terrorismusforschung", der größten Vereinigung ihrer Art in Deutschland.
  • Dr. Stefan Heumann ist stellv. Direktor des Programms "Europäische Digitale Agenda" bei der stiftung neue verantwortung in Berlin. Das Programm beschäftigt sich mit den Herausforderungen von Digitalisierung für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Dr. Heumann koordinierte von 2011 bis 2013 die Öffentlichkeits- und Programmarbeit des US-Generalkonsulats in Hamburg. Im Rahmen dieser Tätigkeit initiierte und organisierte er transatlantische Expertenkonsultation zu Themen wie Außen- und Sicherheitspolitik, Energiepolitik und technologischen und gesellschaftlichen Wandel. Stefan Heumann studierte Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, der Université de Provence in Aix-en-Provence und der University of Pennsylvania in Philadelphia. Seine Promotion an der University of Pennsylvania wurde unter anderem mit Fellowships vom Miller Center for Public Affairs an der University of Virginia und dem Penn Program on Democracy, Citizenship, and Constitutionalism unterstützt.
Den kompletten Luncheon sehen Sie hier: