31.03.2018

ntv: Niedergang oder Strategie? Wie der IS von der Bildfläche verschwindet

31. März 2018

Benjamin Konietzny, Politik-Redakteur bei ntv, hat Yan St-Pierre ausführlich zum Verschwinden des IS aus dem Bewusstsein der Gesellschaft interviewt.

An der Glaubwürdigkeit der Bekennerschreiben von Amaq gab es lange keine ernsten Zweifel. „Die Medienarbeit der Organisation hatte immer sehr strenge Regeln“, sagt Yan St-Pierre, der Regierungen in Terror- und Sicherheitsfragen berät. „Wenn man so will, hatte die Medienarbeit des IS eine gewisse Qualität“.

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„Natürlich wirkt es erst einmal wie ein Verlust, dass der IS nicht mehr im Gespräch ist“, sagt Yan St-Pierre. Er warnt jedoch davor, daraus zu schließen, dass die Organisation am Ende sei. „Eine Terrororganisation wie der IS hat auch manchmal Bedarf nach weniger Aufmerksamkeit. Das ermöglicht, Kapazitäten neu zu sortieren, Kämpfer in Stellung zu bringen. Es ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit.“ Die geringere Aufmerksamkeit, die dem IS derzeit zuteilwird, habe ganz deutliche „strategische und taktische Vorteile“, sagt St-Pierre.

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Das ist vorbei. Territorial beschränkt sich das Herrschaftsgebiet, einst fast so groß wie Italien, auf einige Dörfer am Ufer des Euphrat in Syrien und ein paar unwirtliche Wüstengebiete. „Jeder mag den Gewinner“, sagt Yan St-Pierre. „Aber der IS scheint im Moment nicht der Gewinner zu sein.“ Dementsprechend sei der Nachwuchsstrom abgerissen. Vor allem, was terroristisches Fachpersonal anginge – Personen also, die etwa vorher für Al-Kaida tätig waren und wegen dem großen Erfolg des IS wechselten. „An vielen Stellen hat die Organisation Nachwuchsprobleme“, sagt St-Pierre. Er sagt aber auch: „Für viele bleibt der IS die wahre Interpretation des Islam. Es gibt einen harten Kern, der wird der Idee des Kalifats treu bleiben.“

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Die zentrale Kommunikation ist ebenfalls zusammengebrochen. Doch in den Provinzen, den sogenannten Wilayaten, konnte die Organisation in der Vergangenheit ihre Macht ausbauen – in Westafrika, im Jemen, in Afghanistan oder in Südostasien. „Die Zentrale hat fast alle Macht verloren. Aber die Provinzen des IS werden immer stärker“, sagt Antiterror-Berater St-Pierre.

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