04.01.2021

FAZ: Warum sich immer mehr Menschen Boko Haram anschließen

3. Januar 2021

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Franca Wittenbrink, Journalistin bei der FAZ, hat Yan St-Pierre um seine Einschätzung gebeten, wie die Sicherheitslage im Nordosten Nigerias ist und warum sich immer mehr Menschen Boko Haram anschließen.

„Es ist ein Teufelskreis“, sagt St-Pierre. „Das Hauptproblem liegt darin, dass die unterschiedlichen Akteure nicht an einem Strang ziehen.“ Das Militär sei machtlos ohne die Kooperation mit der Zivilbevölkerung und andersherum – aber das gegenseitige Vertrauen werde immer geringer. Hinzu komme, dass der Kampf gegen Boko Haram allein innenpolitisch längst nicht mehr zu gewinnen sei. Laut St-Pierre gewinnt Boko Haram im gesamten Norden Afrikas an Einfluss, unter anderem im Süden Tschads, im Südosten Nigers oder im Norden Kameruns. „Wie ein Gürtel“ ziehe sich der Terror vom Osten bis in den Westen. In der Sahelzone seien vor allem Iswap und das breitere IS-Netzwerk in Afrika aktiv. Die Unterorganisationen in den verschiedenen Regionen vernetzten sich immer professioneller.

(…)

Kurzfristig, sagt St-Pierre, sei er sehr pessimistisch. „Der Terrorismus in Afrika wächst, und seit etwa drei Jahren beobachte ich eine große Beschleunigung.“ Wenn das Glaubwürdigkeitsproblem der verschiedenen Akteure und deren Unfähigkeit, im Kampf gegen den Dschihadismus zusammenzuarbeiten, irgendwann überwunden werden könnte, dann könne es vorangehen. „Aber das ist eine wahnsinnig komplexe Aufgabe“, sagt St-Pierre. „Bis dahin bleibt vieles ein Tropfen auf den heißen Stein.“

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